Verdienter Lohn für „Gleisarbeiter“

Rosendahl. Der Mann, der mit seinen „Gleisarbeitern“ eigentlich für die lauten Töne zuständig ist, verzichtete auf viele Worte. Zu beeindruckt war Sascha Rubert, als er die Mappe mit der Urkunde in seinen Händen hielt. „Ich hätte nie davon zu träumen gewagt, dass wir einmal hier stehen und geehrt werden“, schüttelte er den Kopf – und reichte einen riesigen Dank an sein gesamtes Team weiter. Das wurde gestern Abend im Rahmen des Neujahrsempfanges der Gemeinde in den Räumen der Sika GmbH für das Engagement rund um das Festival „Rock am Gleis“ mit dem Ehrenamtspreis der Sparkasse Westmünsterland ausgezeichnet. Von Frank Wittenberg

Ein verdienter Lohn, daran ließ Dirk Reers keinen Zweifel. „Mit diesem Preis wollen wir Menschen in ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit unterstützen“, betonte der Geschäftsstellenleiter der Sparkasse Westmünsterland in Darfeld. Der Plan des Teams sei gewesen, eine Kulturveranstaltung mit besonderem Flair am Bahnhof Darfeld auf die Beine zu stellen. „Das war sehr professionell aufgezogen“, lobte er die Mannschaft um Sascha Rubert – und verwies auf die dritte Auflage des Festivals am 24.?August. „Es muss nicht immer ein ewig langes Ehrenamt sein, das es verdient, ausgezeichnet zu werden“, begründete Bürgermeister Christoph Gottheil die Entscheidung, den mit 1500 Euro dotierten Preis an die „Gleisarbeiter“ zu vergeben.

„Always on my mind – „immer in meinen Gedanken“, der Klassiker von Elvis Presley, den der 15-jährige Max Steindorf auf der Gitarre im Rahmenprogramm präsentierte, passte nicht nur zu „Rock am Gleis“, sondern auch zu den Ausführungen des Bürgermeisters, der ein ereignisreiches Jahr 2018 Revue passieren ließ. Große Herausforderungen seien zu bewältigen, unter anderem im Bereich der Kita-Plätze. „Die DRK-Kita Panama, die in Holtwick ihren Betrieb aufgenommen hat, wird für das Kindergartenjahr 2019/20 nur noch wenige freie Plätze zur Verfügung haben“, verwies Gottheil darauf, dass auch die vier Gruppen schon wieder nahezu ausgelastet seien. Ein Anbau am DRK-Kindergarten „Fidus“ in Osterwick und eine weitere Gruppe im St.-Nikolaus-Kindergarten Darfeld müssten für weitere Entlastung sorgen: „Das darf nicht verwundern, denn über 40 Prozent der einjährigen und fast 90 Prozent der zweijährigen Kinder besuchen bereits eine Kita.“

Um auch weiterhin jungen Familien Baugrundstücke bieten zu können, müssten einige Anstrengungen unternommen werden. „Aktuell haben wir keine Kaufgrundstücke mehr, aber wir wollen unter anderem in Darfeld aus alten Gewerbeflächen Wohnbaugrundstücke machen“, betonte der Bürgermeister. „Das wird aber noch einige Zeit dauern.“ Ein Gemeinschaftshaus am Sportplatz in Darfeld, die Umgestaltung am Holtwicker Ei oder der Hauptstraße in Osterrwick, eine neue Turnhalle für Holtwick – die Projekte, für die die Politik den Fahrplan festlegen müsse, seien vielfältig. „Wir haben viele Herausforderungen für 2019“, kündigte Gottheil an. „Aber das bietet auch Chancen zur Entwicklung.“

In seinem Festvortrag beleuchtete Euregio-Geschäftsführer Christoph Almering die Situation Europas vor der Europawahl im Mai 2019. „Die europäische Idee ist eine der größten Erfolgsgeschichten, und trotzdem wird sie so skeptisch gesehen wie nie zuvor in 70 Jahren“, bedauerte er. Durch die gebündelten Kräfte vom rechten Rand gehe eine Gefahr für Europa aus: „Wir haben nur eine gemeinsame Chance, wenn wir nicht in der Perspektivlosigkeit verschwinden wollen.“

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